Ovid: alles wandelt sich

Martin Ellrodt
Sonntag, 10. Januar 2021 - 19:00
Das Bild zeigt Martin Ellrodt

Vor 2019 Jahren erschien in Rom ein Buch, dessen Autor, Publius Ovidius Naso, Geschichten erzählte, die noch älter waren: in 15 Büchern versammelte er bekannte und unbekannte Mythen und Sagen der griechischen und römischen Welt. Die Art aber, wie er sie verband und ausgestaltete, lässt heute noch staunen: ein rauschhafter Flug über die Abgründe und Untiefen des Seelenlebens, ein Kaleidoskop der Welt mit all ihren sinnlichen Erfahrungen, ein Kanon des Gelächters und der Seufzer.

Die "Metamorphosen" von Ovid sind ein Gewebe aus roten und Schicksalsfäden, das uns Menschen im Wachen wie im Schlafen umfängt, sich immer wieder zu neuen Bildern von menschlichem und göttlichem Schicksal formt, und das von fortwährender Verwandlung spricht, die niemals endet, von Stein zu Schlange zu Baum zu Mensch zu Vogel zu Stern.

Ich habe aus über 250 Geschichten meine Lieblingsverwandlungen ausgewählt, getreu meinem Vorbild die bekannten mit den unbekannten gemischt, und erzähle sie nun in eigenen Worten nach.